Dienstag, 1. Dezember 2009

Neue Whisky-Vorschriften treten in Kraft

Die in Kraft getretenen Scotch Whisky-Vorschriften regeln die Definition und Präsentation von Scotch Whisky. Sämtliche Details sind auf der Website der Scotch Whisky Association erhältlich.
Die wichtigsten Aenderungen respektive Vorschriften sind unten aufgeführt:
  • Es gibt 5 Scotch Whisky-Kategorien: Single Malt Scotch Whisky, Single Grain Scotch Whisky, Blended Malt Scotch Whisky (ehemals Vatted Malt), Blended Grain Whisky, Blended Scotch Whisky (ehemals Blended Whisky)
  • Single Malt Scotch Whisky muss in Schottland in Flaschen abgefüllt werden
  • Verbot der Bezeichnung "Pure Malt"
  • Vorschrift, dass Scotch Whisky ausschliesslich in Schottland gelagert wird
  • Verschärfte Vorschriften in Bezug auf Labelling und Marketing von Single Malt Scotch Whiskies
  • Klare Vorgaben in Bezug auf Altersbezeichnungen auf der Verpackung
  • Namensschutz der Produktions-Regionen Highland, Lowland, Speyside, Islay und Campbeltown

Die Regeln wurden unter starker Mithilfe der Industrie und Interessensvertretern (auch kundenseitig) erarbeitet und dienen der besseren und klareren Positionierung des Scotch Whisky im allgemeinen und des Single Malts im speziellen.

Ein guter Schritt - warten wir die Umsetzung ab.

Sonntag, 29. November 2009

Whisky ist die beliebteste Spirituose der Deutschen


Gemäss des Marktforschungsinstituts Dialego, das im September bundesweit 996 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragte, ist Whisky die beliebteste Spirituose der Deutschen.

So gaben 45 Prozent der repräsentativ befragten Spirituosen-Trinker an, am liebsten Whisky zu mögen. Dahinter folgen Wodka (37 Prozent), Liköre (35 Prozent), Obstbrände (29 Prozent) und Ouzo (28 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich.

Mehr als die Hälfte der Deutschen (51 Prozent) trinkt mehrfach oder einmal im Monat Hochprozentiges. Der Grossteil von ihnen (60 Prozent) nutzt Spirituosen als Genussmittel zum Entspannen, weitere 52 Prozent schätzen sie als Basis für Longdrinks und Cocktails.

Erster englischer Single Malt seit 100 Jahren

Die englische Daily Mail schrieb kürzlich über den ersten in England (nicht UK) gebrannten Single Malt seit 100 Jahren. Selbstverständlich ist das ein Reizthema für die Schotten.

Hier ist der Originaltext:

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A wee dram of English whisky, by George... or how the first single malt from south of the border for 100 years has left Scots seeing red

By Arthur Martin

It's a fierce rivalry which goes back centuries.

And the sometimes bitter relationship between Scotland and England has just got a little more tense.

For the first time in 100 years, a whisky made south of the border is about to go on sale.

Scottish threat: Distiller David Fitt samples the first malt whisky to be produced in England for 100 years

Scottish threat: Distiller David Fitt samples Chapter 6, the first malt whisky to be produced in England for 100 years

Bottles of the single malt Chapter 6 made by the English Whisky Co carry a picture of St George slaying the dragon.

The iconic English imagery, as well as plans to sell it north of the border, have enraged Scotch whisky traditionalists.

Controversial: The whisky bottle features a label depicting St George slaying the dragon

Controversial: The whisky bottle features a label depicting St George slaying the dragon

John Kaylor, chairman of the Perthshire branch of the Tartan Army, fan club of the Scottish international football team, said: 'It's flattering that the English want to copy us but what's next – Shakespeare shortbread and the Lake Windermere monster?

'No true Tartan Army member would ever wet their lips with English whisky.'

A promotional campaign in Scotland included an e-mail with a picture of a bulldog.

This drew an angry response from some, with one Scot sending an e-mail back saying: 'How could you?'

Another wrote: 'You've betrayed Scotland.'

The makers stoked up the debate by announcing plans for a 'commemorative bottling' if England win the football World Cup next summer.

The firm is planning to stock its malt in shops from December 16, with a 700ml bottle costing £34.99. Exports will start after Christmas.

The first barrels were produced from locally grown barley at its St George's distillery in Norfolk in 2006. Then, it could only be called a malt spirit.

Now, it can be officially classed as a whisky as it has been stored for more than three years.

Andrew Nelstrop, managing director, said: 'Much to our surprise and delight, our whisky has already attracted a lot of interest in Scotland.

'We are shipping about 500 bottles a month to Scotland and we expect that to grow.'

During a visit to the distillery two years ago, Prince Charles gave his blessing to the project.

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Wann Whisky-Geniesser den Vergleich selber machen können, ist noch offen.


Port Ellen zum Schnäppchenpreis bei World of Whiskies, London


Im Fachgeschäft "World of Whiskies" am Terminal 1 auf dem Londoner Flughafen Heathrow findet der Whisky-Geniesser und -Investor von den Diageo-Standardabfüllungen über ausgewählte Abfüllungen unabhängiger Anbieter bis hin zu Raritäten.

Wer also noch die Glenfiddich Private Vintage-Abfüllung von 1955 sucht, bekommt sie dort für GBP 5´000.--. Geniesser/ Investoren, die weniger "flüssig" sind, haben aktuell die Möglichkeit eine von 300 Flaschen einer

26jährigen Port Ellen-Abfüllung aus dem Jahre 1983 für GBP 93.-- zu kaufen. Das von Douglas Laing mit 50Vol-% abgefüllte Fass wurde exklusiv für "World of Whiskies" "gebottled".

Selbst wenn der Port Ellen Single Malt nur ein durchschnittlicher Islay, wäre der Preis von GBP 93.-- (CHF 160.-- zum Kurs von 1.72) unbestritten tief.

So verkauft Diageo eine 30jährige Port Ellen-Abfüllung in Fassstärke (57.7 Vol-%) zu CHF 360.--, was CHF 200.-- resp. 125% (!) mehr ist.

Wer also in Kürze nicht nach London via Heathrow fliegt, sollte sich überlegen welche Kollegen/ Freunde/ Verwandte/etc. dies in nächster Zeit vorhaben und sie dazu nötigen, Euch eine Flasche dieses Lebenswasser zu erstehen.

Slainte, Ralph


Sonntag, 22. November 2009

Tamdhu Destillerie wird per April 2010 stillgelegt


Die schottische Zeitung The Scotsman schreibt in ihrer gestrigen Ausgabe ausführlich über die Schliessung der zu 'The Edrington Group' gehörende Tamdhu Destillerie. Mitsamt den Restrukturierungen in den anderen zu Edrington gehörenden Destillerien - Macallan, Highland Park und Glenrothes (Glenturret ist nicht betroffen) - werden bis zu 31 Personen ihre Stelle verlieren.

Geschichte
Tamdhu hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1896 von einem Konsortium von Whisky-Blendern gegründet, wurde ab 1897 destilliert und die Destillerie 1898 in die Highland Distillers Company aufgenommen. Aufgrund der geringen Nachfrage wurde die Destillerie 1911 bis 1913 geschlossen und 1928 ein erstes Mal stillgelegt. Erst 20 Jahre später wurde die Destillerie wieder zum Leben erweckt und 1972 von zwei auf vier Brennblasen ausgebaut. Nur gerade drei Jahre später verfügte die Brennerei bereits über sechs Blasen.

Single Malt
Tamdhu hat als Single Malt kaum für Aufregung gesorgt. Das liegt mitunter daran, dass Tamdhu immer im Schatten von Glenrothes stand, lediglich über eine 'non-aged' Standardabfüllung verfügt und der grösste Anteil am gebrannten Lebenswasser für den 'Famous Grouse'-Blend verwendet wird.

Auswirkungen und Reaktionen
Unmittelbare Auswirkungen auf die Geniesser von Tamdhu und Famous Grouse wird die Schliessung der Destillerie aufgrund der hohen Lagerbestände zumindest in den nächsten fünf bis zehn Jahren keine haben.

Preisschübe bestehender Tamdhu-Abfüllungen erwarte ich nicht. Auf meiner Skala von 1 - 15, die die Marktfähigkeit einer Destillerie und ihr Exklusivitätspotenzial bewertet, erhält Tamdhu vor der Schliessung 7 Punkte. Voraussichtlich werde ich mein Rating auch nach der Schliessung beibehalten.

Direkte Auswirkungen wird der Entscheid auf Mitarbeiter, Lieferanten, Aberlour etc. haben. Entsprechend haben sich bereits wieder Politiker vors Mikrofon begeben, um diese nicht nachvollziehbare Handlungen zu Gunsten der Aktionäre zu verdammen.

Pech für diese selbsternannten Retter des schottischen Kulturguts ist, dass 'The Edrington Group' als Firma an keiner Börse kotiert ist und deren einzigen Aktionäre eine Stiftung ist, deren oberstes Ziel der Erhalt schottischer Kultur und Traditionen ist. So hat die Stiftung unlängst eine Schule auf Orkney finanziert, damit die Kinder nicht von der Insel aufs Festland zur Schule gehen müssen und auf Orkney integriert bleiben. Weiter macht sich die Stiftung stark für die gälische Sprache, die wohl kaum einer dieser Robin-Hood-Politiker fliessend spricht.

Fazit: Eine wirtschaftliche Entscheidung, bei der vor allem die Mitarbeiter und Lieferanten die Verlierer sind. Im globalen Kontext kommt die schottische Traditionsindustrie aber noch mit einem blauen Auge davon.

Mittwoch, 18. November 2009

Oculus geht für GBP 23'000 an einen neuen Besitzer

Der ultimative Test, ob sich rezessive Spuren auch im globalen Premium-Whiskygeschäft zeigen, ist gelungen.

Der Käufer bezahlt mit GBP 23'000.-- rund 15 Prozent mehr als der von den Experten geschätzte Wert des Unikats. Hinzu kommen noch Auktionsgebühren von etwa GBP 4'600.-- und Steuern in der Höhe von GBP 4'140.-- macht Summa Summarum GBP 31'740.-- (ca. CHF 54'000.--).

Imposant ist die Höhe der Gebühren und Steuern (38 Prozent!) auf dem Auktionspreis. Bei den Auktionsgebühren scheinen eBay, Ricardo + Co. sowie die Rezession noch keinen wirklichen Einfluss auf die Preise gehabt zu haben.

Frage: Welche Destillerie versucht es als nächstes? Macallan, Highland Park oder wieder Bowmore? Was denkt ihr?

Dienstag, 17. November 2009

Dalmore will es nochmals wissen - Oculus bei Bonhams unter dem Hammer

Dalmore will mit einer neuen Abfüllung namens 'Oculus' an den Grosserfolg vom 15. April 2005 als bei einer Auktion eine von lediglich zwölf Flaschen Dalmore 62 (Jahre) für GBP 32'000.-- ersteigert wurde, anknüpfen. Bonhams' Auktion findet am Mittwoch, 18. November 2009 online und live statt.

Analog zum '62'er verwendete Master Distiller Richard Paterson wiederum alte, wirklich alte Single Malts. Im Falle von 'Oculus' sollen sie 140 Jahre zurückreichen. Zum Vergleich: Beim '62'er wurden Abfüllungen von 1868 (!), 1878, 1922, 1926 und 1939 verwendet.

Trotz der aktuellen Preis-Hysterie bei 'produzierten' Raritäten ist die Preis-Erwartung der Experten bei rund GBP 20'000.--, was angesichts des Pfund-Zerfalls gegenüber dem Schweizer Franken seit 2005 einem Discount von rund 50 Prozent gegenüber dem 'Oculus' gleichkommt.

Man darf gespannt sein welchen Preis der Verkäufer schliesslich erzielen wird und ob der glückliche Käufer - analog zum damaligen 'Oculus'-Käufer - die ersteigerte Flasche auch gleich nach der Ersteigerung öffnet und verkostet.

Wahrscheinlicher ist wohl ein Platz in einer Vitrine oder sogar im Bank-Safe.

Slainte, Ralph