Sonntag, 26. Juli 2009

Grösste schottische Clan-Versammlung seit 200 Jahren

So viele Kilts waren selbst in Edinburgh noch nicht zu sehen: Mehr als 40.000 Schotten sind am Wochenende aus aller Welt zu der größten Clan-Versammlung seit 200 Jahren zusammengekommen.


"Zum Glück ist das Leben der Clan-Chefs und ihrer Clan-Leute im Jahr 2009 sowohl in Schottland als auch im Ausland etwas weniger blutig und unglücklich als das von tausenden ihrer Vorfahren", sagte Prinz Charles bei der Eröffnung von "The Gathering 2009". Der britische Thronfolger erschien dazu in einem Kilt mit dem Schottenmuster des Stewart-Clans.

Charles erinnerte an die historischen Schlachten der Vergangenheit, darunter auch die jahrhundertealte Fehde zwischen dem Forbes- und dem Gordon-Clan. Beim Treffen der 85 Clan-Chefs in Edinburgh blieb zunächst alles friedlich. Insgesamt kamen Angehörige von 125 der weltweit rund 500 registrierten Clans nach Edinburgh.

Die Versammlung war Teil der Festlichkeiten zum 250. Geburtstag des schottischen Dichters Robert Burns. Höhepunkte der Versammlung waren ein Festumzug von 8.000 Clan-Männern zum Schloss Edinburgh, traditionelle Hochlandspiele und eine unvermeidliche Whisky-Probe.

Eine weite Anreise hat Pouroto Ngaropo aus Neuseeland hinter sich, der sowohl schottische als auch Maori-Wurzeln hat. "Maoris und Schotten sind sich sehr ähnlich", sagte der 40-Jährige. "Auch wir haben ein Clan-System. Ich führe einen Hapu, also einen Unterstamm, mit 841 Menschen, und wir haben viele ähnliche Rituale."

Danus Skene, der Chef des Skene-Clans, verspricht sich von der Versammlung in Edinburgh eine Erneuerung der Clans. "Was wir jetzt brauchen, ist eine Vernetzung der fünf Millionen Schotten, die hier leben, mit den 40 Millionen Schotten, die an anderen Orten der Welt leben."

Ähnlich äußerte sich Professor Joe Goldblatt von der Queen Margaret University in Edinburgh: "Wir erwarten das Morgengrauen einer zweiten Aufklärung in Schottland. Es geht darum, dass sich die Diaspora mit dem neuen Schottland verbindet, das sich seit der Wiedereinberufung des schottischen Parlaments im Jahr 1999 herausbildet."

Bei dem Südafrikaner Andrew Macgregor aus Durban, der seine Ahnenreihe auf den schottischen Volkshelden Rob Roy Macgregor zurückführt, ist die Botschaft schon angekommen. Beim Dudelsack-Auftritt der Canadian Massed Pipes and Drums aus Ontorio sagt er: "Wir sind eine große Familie, hier gehöre ich dazu."

Quelle: Kleine Zeitung