Der Abend begann mit einer Komposition von Käse (Emmentaler, Blauschimmelkäse und Entlebucher Schnittlauchkäse) und Schinken Tipo Parma, um für die nachfolgenden sieben Whiskies ("Sieben auf einen Streich" Copyright Gebrüder Grimm) auch gerüstet zu sein.
Das Whisky-MenuDen Anfang machte meine
dritte Eigenabfüllung der Serie "Künstler". Sie ist dem amerikanischen Rock-, Folk- und Grunge Musiker und Komponist
David Williams gewidmet, den Anna und ich auf der letztjährigen USA-Reise kennen lernen durften.

Ganz im Sinne von David, der gerne unabhängig von grossen Plattenlabeln seine Musik komponiert, textet und produziert, haben Karl Hofer und ich den
Cooley Single Malt Irish Whisky gewählt. Dank der Hilfe von Maggie Miller vom
Scotch Single Malt Circle und
Harald Moses aus Dornbirn konnten die insgesamt 12 fassstarken Flaschen in die Schweiz importiert werden.
Der Cooley (richtiger ist der Tyrconnell ähnliche Single Malt aus der Cooley Brennerei) ist in der Nase fruchtig und leicht süss (Mandeln?); im Gaumen bietet er ein Früchtekompott mit Pfirsich, Aprikose, Birne, Kirsche und einen langen und intensiven Abgang.
Ein herrlicher Einstieg in ein genussreiches Tasting.

Die
zweite Abfüllung des Abends war ein von
Jack Wiebers Whisky World abgefüllter
Craigellachie, der 1994 destilliert und anschliessend 13 Jahre in einem ex-Bourbon Fass verbrachte. Die malzig-süsse, leicht nussig-fruchtige Nase des Speysiders ist vielen Geniessern leider zu wenig vertraut und die ehemals 120 abgefüllten Flaschen sind wohl auch bald Bestandteil der Geschichte.

Als nächstes wurde der
Usquaebach Reserve, ein Vatted Malt von
Twelve Stone Flagons, blindverkostet. Gemäss kürzlich erhaltenen Informationen hat die Firma Cobalt Brands die Namensrechte vom vorherigen Firmeninhaber übernommen, der die Produktion in den 1990ern aufgrund seiner Erkrankung eingestellt hatte. Ob allerdings die Flaschenart (grünmilchige Flasche mit handschriftlichem Label) und die Zusammensetzung (18jähriger Vatted Malt) bestehen bleiben ist nicht bekannt.

Dass der unabhängige Anbieter
Samaroli etwas von Wein versteht, ist bereits der Flaschenform der 13jährigen
Linkwood-Abfüllung aus dem Jahre 1989 anzusehen. Süss, sherrytönig, wohlriechend beschreiben den Inhalt der insgesamt 426 Flaschen aus dem ehemaligen Sherryfass. Dieses Lebenswasser ist in Kombination mit süssen Desserts mehr als einen Versuch wert.

Einer Blindverkostung nahe kommen die Abfüllungen der
Scotch Malt Whisky Society, einer Tochtergesellschaft von Glenmorangie Plc., respektive LVMH. Der
Dallas Dhu mit der Bezeichnung 45.14 wurde als 29jähriger Single Malt in 189 Flaschen abgefüllt, nachdem er 1975 destilliert und in Eichenfässern gelagert wurde. Welch ein Lebenswasser! Leider neigt sich meine Reserve stark dem Ende zu!

Die letzten zwei Abfüllungen stammen beide aus Destillerien, deren Namen mit B beginnen und auf Islay zu Hause sind: Bowmore und Bruichladdich.
Die
16jährige Bowmore Destillerie-Abfüllung aus dem Jahre 1989 ist die erste Abfüllung des neu eingeführten Vintage-Konzeptes der ältesten Islay-Brennerei. Dabei ist der fassstarke Single Malt alles andere als typisch, da er nur geringe Rauchnoten und Torf aufweist, dabei aber fruchtig, komplex und trocken ist. Ein Dank an Morrison Bowmore für diesen Tropfen.
Beendet wurde das Tasting mit der legendären
WMD II-Abfüllung (Yellow Submarine) von Bruichladdich, die im September 2005 auf den Mark kam, nachdem ein Fischer auf Islay ein gelbes unbemanntes U-Boot anstelle von Fischen in seinem Netz fand.
FazitDer Abend unter Freunden und Geniesser ging mit neuen Bekanntschaften, Wissen und Erkenntnissen zu Ende. Ich habe mich über das grosse Interesse der Anwesenden gefreut und bin bereits an der (theoretischen) Planung des Herbst-Tastings. Doch zuvor sehe ich einige von Euch sicherlich auf dem
Whiskyschiff Luzern vom
27. und 28. März 2009.
Slainte, Ralph