Montag, 25. Mai 2009

Cash-Flow um jeden Preis

In der Ausgabe 2/ 2009 des Whisky Time resp. des Whisky-Botschafters schrieb ich, dass die Spirituosenkonzerne aufgrund ihrer hohen Investitionen in der jüngsten Vergangenheit und des dadurch aufgetürmten Schuldenbergs unbedingt auf Cash-Flow aus der operativen Tätigkeit angewiesen sind.
Im Artikel zeige ich verschiedene Alternativen zur Ertragssteigerung auf. Eine ist die Lancierung neuer Abfüllungen mit jungen Single Malts - analog zu Ardbeg - oder der marketingmässig meisterhaft orchestrierte Verkauf alter Trouvaillen aus den Tiefen der Warenlager.

Nachfolgend ein paar aktuelle Beispiele für die "Kreativität" der Spirituosenkonzerne um an den heissersehnten Cash-Flow zu gelangen. Ob der Markt solche "Ideen" im rezessiven Umfeld verträgt wird sich weisen.

a) Glengoyne
Mit dem Glengoyne 40 Year Old stellt die Glengoyne Distillery den ältesten und wertvollsten Highland Single Malt in ihrer 175-jährigen Geschichte vor.



Der 40-jährige Glengoyne wird in einer handgefertigten Glencairn-Crystal-Karaffe geliefert. Jede einzelne ist mit der laufenden Nummer im Boden graviert und trägt ein aufwändig gestaltetes Etikett. Die Karaffen wiederum sind in massiven Eichenholz-Kistchen verpackt, deren Oberfläche mit Klavierlack auf Hochglanz gebracht werden. Sie sind mit einem handgenähten Lederfutter ausgekleidet und tragen auf der Vorderseite eine Goldplakette. In einem in Leder eingeschlagenen mit Goldschnitt versehenen Büchlein, das von Distillery Manager Robbie Hughes signiert ist, findet der stolze Besitzer Tastingnotes und die die 175-jährige Geschichte von Glengoyne.

Weltweit wird es nur 250 Karaffen des 40-jährigen Glengoyne geben. Im ausgesuchten Fachhandel sollen sie rund 3.000 britische Pfund kosten.


b) Springbank - Chieftain´s (Besitzer von Glengoyne)
Im Rahmen ihrer Marke „Chieftain's“ stellt Ian Macleod Distillers jetzt eine Limited Edition eines 40 Jahre alten Springbanks vor. Nur 398 Flaschen des 1968 in der Destillerie in Campbeltown gebrannten Malts wird es geben. Abgefüllt wurden sie mit Fassstärke und ohne Kühlfiltration. Auch in der Brennerei ist man ziemlich begeistert. „Es ist das letzte, älteste und beste Springbank-Fass , das in der Chieftain's Collection noch vorhanden war“, heißt es aus Campbeltown.

Angeboten werden die 398 Flaschen für einen Preis von 800 britischen Pfund ausschließlich im Reisegeschäft.


c) Caol Ila 12yo und Lagavulin 14yo nur jeweils am Tag der offenen Tür zu haben
Neue Abfüllungen bei DiaegoUm das Islay Festival of Malt & Music vom 23. bis 30. Mai gebührend zu feiern, stellt Diageo zwei spezielle Festival Editions seiner Islay Malt vor. Bei diesen streng limitierten Abfüllungen handelt es sich um begeherte Sammlerstücke, weil man sie nur auf Islay kaufen kann und pro Person gibt es immer nur eine Flasche.

Zum einen präsentiert Diageo die erste eigene Einzelfassabfüllung eines Caol Ila. Es handelt sich um ein ehemaliges Sherry-Fass aus Eichenholz, das im Dezember 1996 gefüllt wurde, und das jetzt noch 654 Flaschen des zwölf Jahre alten Single Malts enthielt. Ausgesucht hat das Fass der Distillery-Manager bei Caol Ila, Billy Stitchell persönlich.

Bei der zweiten Feis-Ile-Abfüllung handelt es sich um einen 14 Jahre alten Lagavulin, der seit 1995 in einem europäischen Eichenholz-Fass im Lagavulin-Warehouse No. 1 gereift ist. Ausgesucht hat es Iain MacArthur, der seit Jahren in den Lagerhäusern bei Lagavulin arbeitet. 660 Flaschen warten auf begierige Fans während des Festivals.

Beide Abfüllungen kosten 69,99 Pfund die Flasche. Zu haben sind die Flaschen nur am Tag der offenen Tür der jeweiligen Brennerei: Den Lagavulin gibt es demnach am Samstag, 23. Mai, und den Caol Ila am Montag, 25. Mai. Und zwar streng nach dem Motto: „First come, first served.“


Vollständiger Artikel
Leser, die den Artikel in der Whisky Time resp. im Whisky-Botschafter verpasst haben, können ihn nachfolgend nachlesen.




Montag, 11. Mai 2009

Whisky Exports Top GBP 3bn






Scotch whisky exports exceeded £3bn for the first time last year, in spite of a 5 per cent reduction in export volumes - reflecting the industry's increasing focus on premium products.



The Scotch Whisky Association said the figures showed the industry to be resilient to the recession, but not immune. It had been affected by difficult economic conditions, particularly in the last quarter of 2008, and predicted a weaker 2009 due to weaker consumer confidence and some stock adjustments.


Paul Walsh, association chairman, said: "To achieve record export value at such a time is quite an achievement and underscores just how important the industry is to the UK economy."


Sonntag, 10. Mai 2009

Investieren - quo vadis


In Zeiten von Finanzkrisen und starken Turbulenzen an Weltaktienmärkten fragt sich der geneigte Investor, ob er alternative Anlagen ins Portfolio legen soll, um fortan weniger direkt von den Renditen der Aktien- und Obligationenmärkten abhängig zu sein.

Insbesondere nach einem Aktienrallye von über 30 Prozent innerhalb von zwei Monaten stellt sich diese Frage.

Doch die letzten 10 Monate zeigten, dass auch alternative Anlagen wie Hedge Funds oder Private Equity nicht vor massiven Korrekturen gefeit sind und die versprochene Marktliquidität in schwierigeren Zeiten (und genau dann braucht man sie) oft nur auf der Glanzbroschüre bestand.

Single Malt Whisky als Anlage
Dieser Blog ist dem Thema Whisky als Anlage gewidmet. Entsprechend dürfen Leser erwarten, die eine oder andere Bewertung von Single Malts als Anlage zu erhalten. Nicht, dass ich es bis anhin nicht täte, aber die Auswertung der "Hit-Statistik" zeigt, dass dieser Teil des Blogs vernachlässigt wird.

Also auf ein neues.

Neues Bewertungsverfahren
Um eine möglichst vergleichbare Analyse zwischen unterschiedlichen Single Malts erstellen zu können, habe ich mein Bewertungsverfahren verfeinert.

Neu gibt es Bewertungspunkte für die Destillerie, für den Abfüller und schliesslich für die Abfüllung. Dabei spielt der persönliche Genuss (z.B. Tasting-Notizen) keine Rolle. Es geht um die Analyse der aktuellen Werthaltigkeit des flüssigen Goldes.

Die maximale Punktzahl beträgt für die Destillerie und den Abfüller je 15 und für die Abfüllung 20 Punkte. Also insgesamt 50 Punkte.

In der Folge werden Single Malts unterschiedlicher Ausprägungen (Destillerie, Alter, Abfüller, Serien, Jahrgänge, etc.) porträtiert und bewertet werden.

Aufruf
Wer einen Single Malt nach meiner Methodik bewertet haben möchte, soll mir folgende Informationen zukommen lassen:

  • Namen der Destillerie
  • Alter der Abfüllung
  • Jahrgang der Abfüllung
  • Abfüller plus Serie (Beschreibung des Labels)
  • Anzahl abgefüllter Flaschen
  • Fasslagerung / Finishing
  • Zustand der Flasche

In diesem Sinne, seid gerüstet für Genuss und Gewinn,

Ralph




Donnerstag, 7. Mai 2009

Portfolio-Arrondierungen gehen weiter


Nach gestrigem Börsenschluss gab Anheuser-Busch InBev NV - der USD 52 Mrd. schwere Zusammenschluss von Anheuser-Busch und InBev NV - bekannt, ihren koreanischen Bierbrauer Oriental Brewery Co. für USD 1.8 Mrd. an die Private Equity Firma KKR & Co. zu verkaufen.


Der Kapitalzufluss wird verwendet, um die für die Uebernahme von Anheuser-Busch stark gestiegenen Schulden sukzessive abzutragen. Insgesamt plant Anheuser-Busch InBev NV die aktuellen Schulden in der Höhe von USD 45 Mrd. um USD 7 Mrd. zu verringern.


Wir dürfen also gespannt sein, welche Transaktionen - CEO Carlos Brito spricht von fünf bis sechs weiteren Geschäftsverkäufen - in Kürze folgen werden.


Immerhin, Anheuser-Busch InBev NV behält sich das Recht vor, Oriental Brewery zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukaufen.